IN NAANTALI IST DER SIEBENSCHLÄFER DER STAR DES SOMMERS

IN NAANTALI IST DER SIEBENSCHLÄFER DER STAR DES SOMMERS

Der 27. Juli ist in Naantali ein Feiertag, an dem zum Held des Tages eine Person gewählt wird, die sich besonders verdient gemacht hat. In vergangenen Zeiten hatte die Wahl zum Siebenschläfer allerdings unangenehmere Folgen, wenn Nachzügler und Langschläfer mit viel Lärm und Klettenwürfen an ihre Verspätungen erinnert wurden.

Allgemein stammen die ersten Geschichten über die Siebenschläfer aus den Zeiten der Christenverfolgung, als von sieben Heiligen erzählt wurde, die einst 200 Jahre lang geschlafen hätten. Damit verglichen haben es die Siebenschläfer unserer Zeit doch etwas leichter.

Die Form des modernen Siebenschläfertags entstand hauptsächlich aus den Sitten und Traditionen der Kurorte, zu denen Naantali in seiner Blütezeit im 19. Jahrhundert auch zählte. Für die Kurgäste wurden verschiedene Aktivitäten und unterhaltsame Ereignisse veranstaltet, aus denen sich auch das Feiern des Siebenschläfertags entwickelte.

Ursprünglich war der Siebenschläfertag ein kakofonisches und karnevalartiges Ereignis. Die Teilnehmer versammelten sich bereits morgens um sieben und auch nur leicht verspätete Nachzügler wurden sofort mit einem Hagel aus Kletten empfangen. Danach zog die lärmende Gesellschaft los auf der Suche nach Häusern, in denen die Vorhänge noch nicht aufgezogen waren. Wenn eine solche Wohnung gefunden wurde, wurde den Anwohnern unter dem Fenster ein entsprechendes „Ständchen“ gebracht.
Mit dem Nachlassen des Kurbetriebs geriet auch der Siebenschläferkarneval in „Vergessenheit“, bis er in den 50er Jahren wiederbelebt wurde. Heute wird der nationale Siebenschläfertag traditionell in Naantali begangen. Hier wird jährlich zum Siebenschläfer, dem „Valtakunnan Virallinen Unikeko™“, eine Person gewählt, die sich um Naantali besonders verdient gemacht hat.

Auch wenn das Lärmen und die Klettenwürfe der Vergangenheit angehören, ist die Rolle des Siebenschläfers auch in heutiger Zeit nicht einfach. Der wird nämlich am frühen Morgen an den Strand getragen und ohne weitere Zeremonien in das meist doch recht kalte Meer gekippt.