Die Sonne von Naantali machte die Nacht zum Tag

Die Sonne von Naantali machte die Nacht zum Tag

Die „Sonne von Naantali“ ist ein in ganz Finnland bekannter Ausdruck. Und das nicht ohne Grund, denn Naantali ist die sonnigste Stadt Finnlands. Aber der Begriff hat auch einen interessanten historischen Hintergrund.

Zur Zeiten der Stadtgründung wurde der Stadt auch das Recht verliehen, auf alle in der Stadt abgeschlossenen Geschäfte und dorthin gebrachten Waren eine Steuer zu erheben. So wurden um 1750 in Naantali zum Einsammeln des sogenannten Kleinen Zolls ein Zollhaus und eine Barriere errichtet, an deren Schranke als Zeichen für die Zollerhebung eine rote Sonne gehängt wurde.

Später wurde, damit keiner sagen konnte, er hätte nicht gewusst, wo der Zoll eingesammelt wurde, die ursprüngliche rote Sonne durch eine aus Kupfer getriebene und mit Schweinespeck polierte Sonne ersetzt, die „wie die Sonne von Naantali“ glänzte.

Neben den Zolleinkünften brachte die Sonne von Naantali der Stadtkasse auch weiteren Nutzen. Den Sitten jener Zeit entsprechend wurde nämlich nur für diejenigen Geschäfte Steuern erhoben, die am Tage, also „unter der Sonne“ abgeschlossen wurden. Doch in Naantali kam man bald darauf, dass die kupferne Sonne am Zollhäuschen auch bei Nacht „strahlte“, so dass nun auch die zwielichtigen Geschäfte besteuert werden konnten.

Niemand ist halt so einfallsreich wie ein Steuereintreiber, der die Sonne auch in der Nacht leuchten lässt.